Finanzscheinwelt, Vermögenserhalt
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Vermögenserhalt im Schatten der Krisen?

Obwohl ich meinen „Medienkonsum“ schon stark reduziert habe, kann ich mich den täglichen Krisenmeldungen nicht ganz entziehen. Das Paradoxe daran ist jedoch, dass trotz dieser Weltuntergangsstimmung in den Medien die Aktienmärkte seit Wochen immer neue Höhen erklimmen.

Jeden Tag finden Sie in den Medien neue Ideen, wie Sie den Verfall Ihres Vermögens verhindern können, welche Wertpapiere durch die Krise helfen, wie Sie sich vor Inflation schützen können usw. Tatsächlich helfen uns die Ratschläge dieser sogenannten „Experten“ kein bisschen weiter, denn ob es ein guter „Rat“ war, werden wir erst im Nachhinein feststellen können.

Wenn Sie wissen möchten, wie die Gehirne der meisten Börsianer funktionieren, sollten Sie sich den Podcast „Gier und Panik“ von Markus Reiter aus der Reihe SWR2 Aula anhören, den Podcast finden Sie hier.

Ich bin mir sicher, Sie werden viele Meldungen aus der Finanzscheinwelt mit anderen Augen betrachten.

Was ist nun zu tun angesichts der verwirrenden und widersprüchlichen Ratschläge in den Medien, um sein Vermögen zu erhalten und einigermaßen sicher durch die Krisen zu bringen?

Ich gehe fest davon aus, dass uns in Deutschland der Euro noch viele Jahre erhalten bleibt. Denn die verabschiedeten und geplanten „Rettungspakete“ deuten darauf hin, dass die Politik den Euro retten wird, koste es was es wolle. Die Aktienmärkte sind zum Spielball der Politik geworden und sind dadurch noch unberechenbarer geworden.

Aus Angst und Panik große Teile des freien Kapitals in Betongold und Edelmetalle zu investieren, ist sicherlich der falsche Weg. Eine breite Streuung des Vermögens in unterschiedliche Anlageklassen, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Flexibilität der Anlagen gelegt werden sollte. So können Sie jederzeit auf die aktuelle Lage reagieren und Ihre Kapitalanlagen kurzfristig umschichten.

Eine Immobilie kann durchaus ins Portfolio passen, wenn Sie unter Renditegesichtspunkten ausgewählt wurde und steuerlich optimal ausfinanziert wird. Auch Edelmetalle, jedoch nur in physischer Form, machen bis zu einem gewissen Prozentsatz vom Gesamtvermögen Sinn. Von synthetischen Edelmetallprodukten rate ich dringend ab, denn dann habe Sie wieder nur „Papiergold“ im Depot.

Mit Aktien-und Rentenfonds können Sie auch in diesen volatilen Zeiten eine anständige Rendite erzielen, bei überschaubaren Risiken. Ich werde in den nächsten Wochen einige dieser Perlen genauer vorstellen und das Thema Vermögenserhalt weiter vertiefen.

Was ich gar nicht verstehe, dass Volksbank- und Sparkassenkunden immer noch Milliarden auf den Tages- und Festgeldkonten Ihre Hausbanken bunkern und sich mit Renditen unterhalb der Inflationsraten zufrieden geben. Es gibt genügend sichere und rentierliche Tagesgeldangebote.

Fazit:
Eine ausgewogene Mischung aus flexiblen Kapitalanlagen, die genau auf Ihr Sicherheitsbedürfnis abgestimmt sind, wie Tagesgelder, erstklassige Aktien- und Rentenfonds und Edelmetalle bringen Sie gut durch die „Krisen“.

Wobei aktuell der Grundsatz gilt „weniger ist mehr“ das heißt weniger Rendite, weniger Risiko und in aller Ruhe auf die nächste Chance warten.

 

2 Kommentare

  1. Martin Hark sagt

    Auch wenn Rentenfonds in der Vergangenheit sehr gut performt haben und sie nur in festverzinsliche Wertpapiere investieren besitzen sie aktuell ein immenses Risiken. Neben den „normalen“ Fondsrisiken kommt vor allem das Zinssatzrisiko hinzu. Bei niedrigen Zinsen ist der Gewinn meist schon in den Rentenfondskursen eingepreist, sodass man dem Risiko von steigenden Zinssätze, somit fallenden Anleihenkursen, direkt ausgesetzt ist. Auch wenn man immer hört, dass Rentenfonds eine konservative Anlage sind, muss man in der aktuellen Lage stark auf das Zinssatzrisiko achten. Bei steigenden / stark steigenden Zinssätzen kann man durchaus Verluste mit Rentenfonds machen.

  2. Hallo Herr Hark,

    momentan halte ich das Zinssatzrisiko bei Rentenfonds für sehr gering, zudem ändert sich der Zinssatz ja nicht schlagartig, sondern eher langsam, so das genügend Zeit zum Ausstieg aus Rentenfonds bleibt.

    Das auch Rentenfonds ein Verlustrisiko haben, sollte jedem aufgeklärten Anleger klar sein.

    Zudem gibt es Rentenfonds, die über lange Zeiträume positive Renditen erwirtschaftet haben, auch bei steigenden Zinsen.

    Liebe Grüße
    Peter Hieber

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