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Sind Roboter die besseren Vermögensverwalter?

Menschen machen Fehler. Und wenn diese Fehler von Menschen gemacht werden, die Geld verwalten, können sie ziemlich teuer werden. Womöglich sind Roboter die Lösung.
Oder vielleicht doch nicht?

Ein wenig merkwürdig ist das ja schon. Wenn wir uns ein Auto kaufen, sind wir grundsätzlich skeptisch. Sogar der Gang zum Frisör funktioniert oft nur, wenn wir uns vorher online etliche Bewertungen des Salons angesehen haben. Schließlich wollen wir hinterher nicht mit einer verhunzten Frisur herumlaufen oder in einem Auto sitzen, das uns nicht zuverlässig von A nach B bringt. Aber wenn es um unser Geld geht, vertrauen wir vermeintlichen Beratern und eindeutigen Verkäufern offenen Herzens. Was nicht selten zu Enttäuschungen führt. Dann reiben wir uns verwundert die Augen. Vom Auto und der Haarpracht mal abgesehen – vielleicht können künftig Roboter die Fondsmanager ersetzen. Vielleicht aber auch nicht.

Mehr Roboter fürs Geld

Die Lösung aller Finanzprobleme für Geldanleger trägt den Namen „Robo Advice“. Der Roboter für die Vermögensverwaltung soll künftig helfen, das Geld richtig anzulegen. Mathematisch genau, also faktisch ohne Risiko. Irgendwie.
Derzeit ist Robo Advice noch im Anfangsstadium. Gerade mal 30 bis 40 Firmen haben auf die eine oder andere Weise mit dem emotionslosen Vermögensverwalter zu tun. Experten rechnen aber damit, dass sich das verwaltete Vermögen von Robo Advice bis zum Jahr 2020 auf 20 bis 30 Milliarden Euro steigern wird.

Wenn der Roboter Sie aushorcht

Damit der – nennen wir ihn mal – Finanzroboter einen guten Job machen kann, muss er von Ihnen einiges wissen. Zum Beispiel, wie alt Sie sind, was Sie für ein Risikotyp sind und natürlich, wie viel Geld Sie anlegen wollen. Daran ist nichts ungewöhnlich, im Gegenteil, es wäre merkwürdig, wenn Robo Advice einfach loslegen könnte, ohne vorher eine Analyse zu erstellen (dann hätte er Ihre Daten wohl woanders her bekommen). Ist das Fragespiel beendet, legt der Roboter los und ihr Geld an. Gern übrigens in ETFs, was auch unabhängige Finanzberater oft empfehlen. Aber der rechnende Computer hat auch Nachteile. Oder besser: Kinderkrankheiten.

Was der Roboter nicht weiß, macht ihn nicht heiß

Menschliche Fehler sind nicht das Problem von Robo Advice. Sie sind ihm schlicht und ergreifend fremd. Das gilt allerdings auch für menschliche Erfahrungswerte. Denn schon aufgrund seinen Alters ist der Geldroboter schlecht im Umgang mit Krisen. Weil er damit keine (mathematischen) Erfahrungen hat. Wie Robo Advice also im Falle eines dauerhaften Abschwungs reagiert, steht in den Sternen.
Doch genau das ist zu befürchten: dass sich die Märkte nicht so schnell wieder erholen, sondern die Talfahrt erst einmal weiter geht. Es bleibt abzuwarten, die das „eiskalte Händchen“ von Robo Advice darauf reagieren wird.

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