Beratung auf Honorarbasis, Finanzplanung
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Ruhestandsplanung: Mehr als ein Blick in die Glaskugel (Teil 2)

Ruhestandsplanung: Mehr als ein Blick in die Glaskugel

Im zweiten Teil befassen wir uns mit Aspekten, die sonst gern „unter den Teppich gekehrt“ oder schlicht vergessen werden.

Gerade wurde bekannt, dass der Garantiezins bei privaten Lebens- und Rentenversicherungen im Jahr 2017 erneut gesenkt werden soll. Man neigt dazu, sich verwundert die Augen zu reiben, denn der garantierte Zins liegt schon jetzt bei rekordverdächtig niedrigen 1,25 Prozent. Nun sieht es so aus, als werde er im Jahr 2017 auf 0,9 Prozent herabgestuft. Womit wir schon beim entscheidenden Punkt unseres Artikels wären: der Inflation.

Zinsen versus Garantiezins

Genau genommen ist der Garantiezins nicht isoliert zu betrachten. Natürlich macht es einen Unterschied, ob er bei 2, 3 oder 4 Prozent liegt. Oder aber im kommenden Jahr auf unter 1 Prozent absinkt. Doch bei der Frage, was am Ende übrigbleibt, geht es auch um die Inflation. Schließlich sind die hundert Euro, die Sie heute in den Händen halten, in fünf, 10 oder 30 Jahren nicht mehr dasselbe wert wie heute. Die Zinsen sind daher ohne die Inflationsrate nur eingeschränkt aussagefähig.

Inflation ist nicht gleich Inflation

Man könnte natürlich einfach sagen: Ich verlasse mich auf die Inflationsrate, die vom Statistischen Bundesamt kalkuliert wird, dann bin ich auf der sicheren Seite. Das mag auf den ersten Blick stimmen, doch faktisch wirkt sich die Inflation auf jeden anders aus.
Ein Beispiel: Kunde A berücksichtigt bei seiner Finanzplanung die Inflationsrate, die das Statistische Bundesamt errechnet hat. Kunde B traut der Sache nicht und informiert sich bei einem Berater auf Honorarbasis, ob diese Berechnung verlässlich ist. Dieser erläutert ihm, dass nichts, was mit der Zukunft zusammenhängt, wirklich verlässlich ist. Er kann unseren Kunden B aber auch beruhigen. Denn der hat sich schon vor langer Zeit entschieden, in die eigenen vier Wände zu ziehen. Bis zu seinem Ruhestand ist die Immobilie abbezahlt. Daraus ergibt sich für unseren Beispielkunden eine andere Kalkulation, als hätte er kein Wohneigentum. Denn einerseits fällt für ihn die Mietsteigerungsrate nicht mehr ins Gewicht. Andererseits muss er ein Auge auf den Baupreisindex haben. Denn der hilft dabei, Renovierungen oder Reparaturen besser kalkulieren zu können. Kunde B freut sich, kann er doch so besser planen. Kunde A dagegen weiß von alledem nichts und wird sich später damit auseinandersetzen müssen.

Wer langfristig denkt, denkt auch an die Inflation

Zu einer seriösen Finanzplanung gehört unbedingt die Einbeziehung der Inflation. Denn sie gibt Auskunft über größere Liquiditätslücken und entsprechendem Kapitalbedarf. Der Immobilienerwerb spielt bei der Kalkulation – so er denn geplant ist – ebenso eine Rolle wie Einkommenssteigerungen, Rentensteigerungen oder die Auszahlungen von bereits bestehende Verträgen.
Die Ausrede, man könne die Inflationsrate vernachlässigen, weil man schließlich nicht in die Zukunft blicken könne, gilt im Übrigen nicht. Denn kalkulieren sollte man nie gänzlich ohne sie.
Zudem: Zu Ende gedacht hieße das für Versicherungsvertreter, dass sie mit Überschussbeteiligungen auch nicht mehr werben dürften. Schließlich sind die nicht garantiert.

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