Beratung auf Honorarbasis, Finanzplanung
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Ruhestandsplanung: Die „stiefmütterliche“ Behandlung der Inflation (Teil 3)

Ruhestandsplanung: Mehr als ein Blick in die Glaskugel

Im ersten beiden Teilen unseres dreiteiligen Artikels ging es um die Frage, wie man seinen Ruhestand am besten plant. Dazu gehören unter anderem die verschiedenen Phasen, die ein Mensch durchlebt. Durch diese verändern sich die individuellen Bedarfe, die daran angepasst werden müssen. In Finanzberatungen wird selten die Inflation zum Thema gemacht. Doch sie spielt eine wichtige Rolle!

Die diffuse Angst vor der Inflation

Einer der Gründe, der dazu führt, dass das Thema Inflation bei der Ruhestandsplanung keine große Rolle spielt, ist ihr schlechtes Image. Und fehlende Sachkenntnis bei vielen Finanzberatern. So neigen die Deutschen dazu, sich vor Inflation zu fürchten, der Deflation aber keine große Bedeutung beizumessen. Das ist jedoch zu kurz gedacht, und wenn die Rahmenbedingungen entsprechend vorhanden sind, kann Inflation durchaus positive Aspekte beinhalten.
Ein Beispiel: Entwickeln sich die Löhne in angemessenem Verhältnis zur Inflation, ist die Geldentwertung kein Thema. Wenn ein Brötchen heute viermal so viel kostet wie vor 10 oder 15 Jahren, dann ist das bedeutungslos, solange die Löhne sich entsprechend entwickelt haben. Das große Schreckgespenst namens Inflation muss also differenziert betrachtet werden. Genau genommen muss es überhaupt erst einmal einbezogen werden, um eine seriöse Finanzplanung realisieren zu können.

Ist auf das Statistische Bundesamt Verlass?

Nun könnte man sagen: „Na gut, ok, ich befasse mich jetzt also auch mit der Inflationsrate und nehme dabei die Zahlen vom Statistischen Bundesamt als Basis.“ Dann kann ja nichts schiefgehen, oder?
Das könnte man meinen, doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Denn naturgemäß dienen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes schlecht als individuelle Beratungshilfe. Eine umfassende und sachgerechte Finanz- und Ruhestandsplanung dagegen kann die persönlichen Eckpunkte mit einbeziehen und so realistischere Werte erarbeiten. So differenziert das Bundesamt nicht, ob man zur Miete wohnt oder Eigentum besitzt. Solche Punkte haben aber bei der Finanzplanung gravierenden Einfluss. Wer zur Miete wohnt, hat keinen finanziellen Aufwand für Reparaturen oder Renovierungen, er muss auch keine Rücklagen für zum Beispiel ein neues Dach bilden. Wer dagegen in den eigenen vier Wänden lebt, braucht – je nach Abzahlungsdauer – für die Rente keine Mietausgaben zu kalkulieren. Miet- und Immobilienpreise gehören also zu einer umfassenden Finanzplanung ebenso wie die entsprechenden Entwicklungen, die die Inflation bedingen.

Es bleibt alles anders

Schon im Jahr 1998 stellte Herbert Grönemeyer im gleichnamigen Lied fest: Es „Bleibt alles anders“. Das trifft durchaus auch auf die Ruhestandsplanung zu. So müssen für eine seriöse Planung Preissteigerungen, Rentensteigerungen und andere Faktoren mit einbezogen werden. Nun kann zwar niemand sagen, wie in 10 Jahren die Inflation aussieht. Die mit ihr einhergehenden Entwicklungen aber einfach komplett auszublenden, ist auch keine Lösung.

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