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Rezension – Paul Schreyer: Wer regiert das Geld? Banken, Demokratie und Täuschung

Bücher über Geld gibt es haufenweise. Und meist dreht sich in ihnen alles um die richtige Geldanlage, die passende Strategie oder die besten Renditeaussichten. Das Buch von Paul Schreyer ist anders.

Über Geld spricht man! Aber nicht über seine eigentliche Bedeutung. Zu diesem Schluss kommt Paul Schreyer in seinem Buch „Wer regiert das Geld?“. Zwar ist das Thema Geld täglich in aller Munde, wird von allen möglichen Seiten beleuchtet und aus allen erdenklichen Perspektiven betrachtet. Was aber genau Geld eigentlich ist, das ist nur selten Thema. Deswegen greift er Aspekte der Geldschöpfung auf und stellt die grundlegende Frage: Was ist Geld eigentlich?

Schuhe für Pferde?

Die Geschichte hat wohl jeder schon einmal gehört: Früher wurden nur Waren getauscht. Aber wenn der Schuster etwas vom Hufschmied brauchte, hatten beide ein Problem, wenn wegen fehlenden Bedarfs der Tausch nicht möglich war. Statt also nicht ins Geschäft zu kommen, wurde das Geld erfunden. So waren alle glücklich und zufrieden. Paul Schreyer zitiert unterschiedliche Fachleute, die zum Schluss kommen, dass es sich so nicht verhalten hat. Das Geld wurde nach und nach eingeführt, was Tauschgeschäfte natürlich erleichterte. Aber vorrangig ging es zunächst darum, Kriege und Revolutionen zu finanzieren. Mit eigenem Geld. Und um den Gegner zu schwächen.

Zweierlei Geld

Paul Schreyer weist auf zahlreiche Probleme im Umgang mit dem Geld hin. Ein Themenbereich ist dabei besonders spannend: Der Unterschied zwischen Bargeld und dem sogenannten Giralgeld, also Buchungsgeld, das nicht physisch vorhanden ist, sondern lediglich auf Konten liegt.
Dieses Giralgeld hat eine ganz besondere Eigenschaft: Es ist die Folge einer indirekten Geldschöpfung. Eigentlich dürfen private Banken kein Geld drucken, das ist Aufgabe der Zentralbanken. Daran halten sich die Banken allerdings nur bedingt.
Ein Beispiel soll das erläutern:
Wenn Sie als Kunde bei Ihrer Bank einen Kredit über 10.000,- Euro erbitten und die Zusage erhalten, dann heben Sie in aller Regel das Geld nicht bar ab. Sie überweisen es beispielsweise an einen Autohändler oder ein Möbelhaus. Das Geld kommt also gar nicht in physischen Umlauf. Das eigentlich Interessante ist aber, wie Sie an die 10.000,- Euro kommen. Die Bank ändert einfach Ihren Kontostand. Auf diese Weise ist viel, viel mehr Geld im Umlauf, als tatsächlich physisch vorhanden ist. Und faktisch schafft Ihre Bank so Geld. Und das obwohl die Geldschöpfung eigentlich gar nicht erlaubt ist.

Ein durchweg spannendes Buch

Paul Schreyer hat ein spannendes und höchst interessantes Buch geschrieben, das bei dem Beginn der Geldgeschichte anfängt und bei Lösungsansätzen für die aktuellen Probleme aufhört.
Kurzum: „Wer regiert das Geld?“ ist ein Muss für jeden, der sich für das Thema interessiert.

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