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Rezension: „Die Psycho-Trader“ von Volker Handon

Volker Handon ist ein Spekulant. Und das sagt er auch so. Obwohl er weiß, dass Sparer ihn lieber „Berater“ nennen möchten. Das aber, so Handon, ist eines der großen Probleme, wenn wir über Aktienmärkte, Börsen und Investments sprechen. Es wird verkauft, nicht beraten. Als Day-Trader ist Handon seit 1997 in der Finanzbranche tätig. Mit seinem Buch „Die Psycho-Trader“ rechnet er mit genau dieser Branche ab.

Spielen: Nichts für Weicheier

Volker Handon bezeichnet sich selbst als Spieler. Schon während seines Studiums verdiente er sich nebenbei etwas Geld mit Backgammon-Duellen. Das Spielen, so der Autor, liegt ihm im Blut. So muss es auch sein, wenn man als Trader erfolgreich sein will. Man muss „geil“ auf den Nervenkitzel sein, muss Spaß am Risiko haben und darf nicht sofort in Aktionismus oder – schlimmer noch – in Tränen ausbrechen, wenn man Verluste macht. Der Teil seines Buches, der seine Spielermentalität beschreibt, ist spannend, ohne Frage. Interessant wird es aber erst, wenn er auf Selbstverständlichkeiten abzielt, die für uns „Normalsterbliche“ gar nicht so selbstverständlich sind.

In der Finanzbranche sind alle gleich? Völliger Blödsinn

Handon weiß, dass Kleinsparer niemals die Renditechancen haben wie große Anleger. Weil die Konditionen komplett unterschiedlich sind. Der kleine Sparer, der hofft, durch ein geschicktes Händchen einen Reibach zu machen, ist in Handons Augen alleine völlig chancenlos. Er wird schon an den Gebühren scheitern, mit denen sich die Global-Player nicht herumschlagen müssen. Selbst wenn also der kleine Sparer das zitierte glückliche Händchen hat, so muss er doch mit spürbaren Abzügen rechnen.

Aktien als Rentenrettung? Noch blödsinniger!

Spätestens seit der damalige Kanzler Gerhard Schröder die Agenda 2010 ausrief, war klar, dass sich einiges ändern wird. Auf dem Arbeitsmarkt. Aber auch auf den Finanzmärkten. Denn mit Beginn der Schröder-Agenda war auch klar, dass die gesetzliche Rente an allen Ecken und Enden beschnitten wird. Die Alternative – so hörten wir es damals, so hören wir es heute – sei private Vorsorge. In Anbetracht der heutigen Rahmenbedingungen muss man dem zustimmen. Der politische Werbeslogan, dass alle mit Aktien ihre Rente aufbessern können, ist aber laut Handon eine Frechheit. Seine Logik ist bestechend: wenn wirklich jeder auf Aktien setzt, bleibt der „Kuchen“ gleich groß, aber die Stücke, die verteilt werden, minimieren sich. Das klingt nicht nur logisch, das ist logisch.

Fazit: Ein gutes Buch

Handons Buch liest sich ausgezeichnet, er schreibt höchst unterhaltsam und betätigt sich an zahlreichen als Augenöffner. Zudem bietet er Ansätze, die diskutiert werden sollten, beispielsweise eine „Steuerflatrate“. Wie er sich die vorstellt, sollte man am besten in seinem Buch nachlesen.

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