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Nettotarife: Das Geheimnis hoher Ablaufleistungen

Sind sie die Lösung aller Probleme? Zumindest wirkt der Ansatz der sogenannten Nettotarife durchaus ansprechend. Und auch auf den zweiten Blick sprechen die Argumente für diese Art der Geldanlage.

Glaubt man den Ausführungen von Versicherungsvertretern, sind klassische Produkte wie Lebens- oder Rentenversicherungen nach wie vor eine sichere und lohnende Angelegenheit. Auch bei Riester-Produkten geraten die Verkäufer schnell ins Schwärmen. Schließlich winken staatliche Zulagen und Steuererleichterungen. Einmal abgesehen von den inzwischen eher mageren Renditen, die der Finanzkrise geschuldet sind, gibt es aber noch einen anderen Punkt, der sich nachteilig auf die Kunden auswirkt. Die Versicherungsvertreter lassen den allerdings meist stillschweigend unter den Tisch fallen: Provisionen.

Versteckte Kosten, spürbare Verluste

Versicherungen müssen auch leben, keine Frage. Da gibt es schließlich einiges zu bezahlen. Verträge und Anträge müssen bearbeitet, überprüft, eingereicht, weitergereicht werden, alles geht seinen Gang. Und das geht nun einmal auch ins Geld. Einerseits.
Andererseits sind für Kunden von Versicherungen oder vergleichbaren Geldanlagen die tatsächlichen Kosten in der Regel nicht nachvollziehbar. Oder, um es deutlicher zu sagen: sie werden nicht nachvollziehbar konstruiert. Auch deshalb ist es faktisch nicht möglich, die Kosten unterschiedlicher Produkte seriös zu vergleichen. Neben den Kosten, die durch die Arbeit des Innendienstes entstehen, gibt es mit den Provisionen für die Vermittler einen weiteren Faktor, der sich direkt auf die Erträge für die Kunden auswirkt. Wie hoch die sind, bleibt oft im Dunkeln.
Wer nun hofft, durch die Arbeit eines unabhängigen Versicherungsmaklers auf der sicheren Seite zu sein, der irrt. Denn auch Makler leben von Provisionen, nicht selten erhalten sie sogar mehr davon als die hausinternen, sogenannten Ausschließlichkeitsvertreter der Versicherungen.

Mehr Netto vom Brutto!

War da nicht etwas? Eine politische Forderung nach mehr Netto vom Brutto? Ja, sie stammt von Guido Westerwelle, kann aber schon jetzt als Geschichte betrachtet werden. Dennoch lohnt der Vergleich von Brutto und Netto auch bei der Betrachtung von Geldanlagen. Denn das Hauptmerkmal eines Nettotarifes ist die Tatsache, dass er komplett ohne die Kalkulation von Provisionen oder Abschlusskosten auskommt. Nun klingt auch das eher abstrakt, zumal dann, wenn man nicht genau weiß, wie hoch der Anteil eben dieser Provisionen ist. Ein wenig klarer wird die Sache, wenn man sich bewusst macht, dass durchschnittlich erst nach 5-10 Jahren die Abschlusskosten wieder ausgeglichen sind. Man ahnt dann auch, was das für den eigenen Ertrag bedeutet. Doch wir wollen über Ahnungen hinausgehen und ein kleines Rechenbeispiel sprechen lassen.

Da kommt etwas zusammen

Gehen wir einmal von einem Riester-Vertrag aus, den ein 40-jähriger Single ohne Kinder abschließt. Sein monatlicher Eigenbetrag beträgt rund 160,- Euro, der Rentenbeginn ist mit 67 Jahren vorgesehen, somit zahlt er 27 Jahre ein. Wählt unser Kunde einen Provisionstarif, erhält er bei einer Wertentwicklung von 6 Prozent am Ende der Laufzeit ca. 123.700 Euro ausgezahlt. Ein Nettotarif beschert ihm dagegen knapp 144.400 Euro. Die Differenz beträgt also – auch wenn die Wertentwicklung von 6 Prozent bei Riester schon sehr ambitioniert ist – mehr als 20.000 Euro.
Schon nicht ohne, aber es geht noch besser. Beispielsweise wenn man mit einem „Exchange Traded Fund (ETF)“ rechnet. Diese ETF sind ohnehin schon mit sehr niedrigen Gebühren ausgestattet. Nehmen wir einen Monatsbeitrag von 150,- Euro an und eine Laufzeit von 30 Jahren, so kommen wir bei einer Wertentwicklung von 6 Prozent p.a. auf rund 77.500 Euro nach Abzug aller Kosten, also auch der Provisionen. Der Nettotarif dagegen erwirtschaftet sage und schreibe 121.500 Euro, also ca. 44.000 Euro mehr.
Es versteht sich von selbst, dass es sich hierbei um Beispielrechnungen handelt, die unverbindlich sind. Dennoch wird auch so schon deutlich, dass die Unterschiede zwischen Provision-Tarif und Nettotarif mehr als eindrucksvoll sind.

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