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Nach der Publikation der „Panama Papers“: Sind Geldanlagen in Panama illegal?

Sicher wird da noch einiges zusammenkommen. Die Panama Papers offenbaren Steuerhinterziehung in einer Größenordnung, die selbst Volkswirten die Schweißperlen auf die Stirn zaubern dürfte. Im Umkehrschluss bedeutet das jedoch nicht, dass Geldanlagen in Panama grundsätzlich verboten sind.

Briefkastenfirmen sind legal

Das Problem der Briefkastenfirmen ist nicht ihre blanke Existenz, denn die Gründung einer solchen Firma ist keineswegs verboten. Und zahlreiche Unternehmen nutzen mit dem größten Vergnügen und absolut legal Länder wie Luxemburg oder Irland, um die Steuerlast zu reduzieren. Natürlich kann man darüber streiten, ob ein solches Vorgehen moralisch vertretbar ist, rechtlich allerdings braucht man die Debatte gar nicht erst anzufangen, weil an Briefkastenfirmen zunächst einmal nichts illegal ist.

Wie funktioniert eine Briefkastenfirma?

Wie der Name schon sagt, existiert eine Briefkastenfirma nicht im herkömmlichen Sinne – Gebäude, Büro, Empfang, Geschäftsräume etc. -, sondern lediglich durch ein Schild, das den Namen der Firma trägt. Und natürlich durch mindestens ein Konto, das für die Geschäftsvorgänge genutzt wird. Panama und andere Steuerparadiese bieten sich an, weil die steuerlichen Belastungen in diesen Ländern geradezu aufreizend niedrig sind.
Auch das Personal von Briefkastenfirmen ist überschaubar, zumindest das offiziell. In der Regel gibt es zwar einen Geschäftsführer, der aber zahlt meist nur die jährliche Gebühr für den Registereintrag, das war es auch schon. Die eigentlichen Überweisungen an die Briefkastenfirma gehen komplizierte Wege über verschiedene Konten, so dass der Verlauf des Geldes irgendwann nicht mehr nachvollziehbar ist.

Alles Putin, oder was?

Für kritische Geister war die Bekanntgabe der Panama Papers ein gefundenes Fressen. Belegen sie doch, dass Korruption kein Phänomen ist, dass es „hier oder da“ gibt, sondern eines, das Ausmaße angenommen hat, die Schwindelgefühle erzeugen. Dieselben kritischen reagierten allerdings enttäuscht, als es zunächst den Anschein erweckte, hauptsächlich der russische Präsident Wladimir Putin stehe im Vordergrund der Papiere. Doch schon am zweiten Tag der Berichterstattung tauchten die ersten deutschen Namen auf. Die Deutsch Bank, die wenig überraschend ebenfalls mit den Panama Papers in Verbindung gebracht wird, reagierte prompt mit dem Hinweis: „Wir überprüfen, mit wem wir Geschäfte machen und stellen sicher, dass unsere Richtlinien, Verfahren und Systeme so gestaltet sind, dass sie allen relevanten Gesetzen und Regularien befolgen.“
Das kann man einfach mal unkommentiert lassen.

Panama, oh wie schön ist Panama!

Da Briefkastenfirmen an sich nichts Illegales sind, ist es naturgemäß auch nicht verboten, sie zu gründen. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass man sich damit auf dünnem Eis bewegt. Selbst wenn man nicht Verbotenes tut. Wer erst einmal ins Visier des Finanzamtes geraten ist, der bleibt dort auch eine Weile.

 

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