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Lebensversicherungsreformgesetz: Ein Produkt im Abwärtstrend

Das Lebensversicherungsreformgesetz wird sich auf das Produkt Lebensversicherung besonders für die Versicherungsgesellschaften auswirken. Die Kunden sind zwar ebenfalls betroffen, sie haben sich aber zu einem Teil sowieso schon von der klassischen Lebensversicherung verabschiedet.

Gesetze tragen – das scheint ein unausgesprochenes weiteres Gesetz zu sein – häufig lange Namen. Für das Lebensversicherungsreformgesetz, kurz: LVGR, gilt das ebenfalls. Alles andere als lang ist die Zeitspanne, in der die Versicherungen das neue Gesetz umsetzen müssen. Bereits am 1. Januar 2015 soll das LVRG greifen. Doch die kurze Vorlaufzeit ist nur eines der Probleme, mit denen sich die Versicherer herumschlagen müssen.

Niedrige Zinsen auch bei der Lebensversicherung

Kommt es zur Auszahlung einer Lebensversicherung, setzt sich diese immer aus zwei Komponenten zusammen. Zum einen aus dem garantierten Zins und zum anderen aus den erwirtschafteten Überschüssen. Letztere sind allerdings in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Kein Wunder, auch die Lebensversicherer kochen nur mit Wasser und können aus schwächelnden Märkten nicht mehr herausholen, als diese bieten. Ebenfalls auf jahrelanger Talfahrt befindet sich der Garantiezins. Im Jahr 1995 lag er noch bei beachtlichen 4 Prozent. 2005 betrug er gerade einmal 2,75 Prozent, aktuell sind es 1,75 Prozent. Ab Januar 2015 wird er erneut angepasst und auf 1,25 Prozent herunter geschraubt. Für die Kunden ist das eine seit Jahren wiederkehrende Neuerung, die ihnen überhaupt nicht schmecken dürfte.

Schluss mit der übermäßigen „Zillmerei“!

Die Zillmerung ist schon seit einer Ewigkeit immer wieder Anlass für harsche Kritik an den Versicherern. Dieses Verfahren, benannt nach seinem Erfinder Dr. August Zillmer, erlaubt es Versicherungsgesellschaften, Verwaltungsgebühren und Abschlusskosten auf die ersten Beitragszahlungen der Kunden umzulegen. Dies führt zu verringerten Auszahlungen des Sparbetrages. Bislang lag der sogenannte „Höchstzillmersatz“ bei 40 Promille. Ab Januar des kommenden Jahres wird er auf 25 Promille gesenkt. Für die Versicherungsgesellschaften ein herber Schlag, den zu verdauen nicht leicht wird und der entweder auf Kosten der Kunden, der Vertriebler oder der Verwaltungen geht.

Was kostet eine Lebensversicherung?

Seit Jahren wird darüber diskutiert und gestritten, ob die Verbraucher die Höhe der Provisionen, die die Vertriebler erhalten, kennen sollten. Natürlich durfte diese Debatte auch bei den Beratungen zum Lebensversicherungsreformgesetz nicht fehlen. Verbraucherschützer dürften allerdings enttäuscht sein, denn die Provisionen bleiben nach wie vor ein undurchdringbares Geheimnis. Einen Teilerfolg gibt es trotzdem zu verbuchen, denn ab 2015 müssen die Versicherungsgesellschaften zumindest die Effektivkosten offenlegen. Damit sind die Beträge gemeint, die Aussagekraft darüber bieten, um welchen Satz die Rendite des Kunden durch die Abschlusskosten verringert wird. Wirklich gehaltvoll sind die Effektivkosten aber nur, wenn der Vertrag bis zum Ende der Laufzeit bestehen bleibt. Da längst nicht alle Kunden ihre Verträge bis zum Schluss behalten (ob das gut oder nicht gut ist, steht auf einem anderen Blatt), hält sich der Informationswert über die Effektivkosten also in vielen Fällen in Grenzen.

Softwareumstellung bis 2015: Eine Herkules-Aufgabe

Ohne Computer geht heute nichts mehr. Auch nicht bei den Versicherern. Nun sieht das neue Lebensversicherungsreformgesetz vor, dass bis Anfang Januar sämtliche Software an die Änderungen abgepasst werden müssen. Für die Versicherungsgesellschaften ist das eine Aufgabe, die – glaubt man Experten – zumindest pünktlich wohl kaum zu stemmen ist. Es bleibt abzuwarten, wann der Vorgang abgeschlossen sein wird.

Alles in allem bleibt die Lebensversicherung als Anlageform eine, die sich auf einem absteigenden Ast befindet. Allein der niedrige Garantiezins spricht dafür, sich nach Alternativen umzusehen. Die Offenlegung der Kosten allerdings könnte ein für die Kunden brauchbares Instrument werden, um sich ein umfassenderes Bild zu machen. Ein Bild, das durchaus für Überraschungen sorgen kann.

Welche Vorteile Ihnen sogenannte Honorartarife oder Nettotarife bieten können, erfahren Sie hier. Sie werden erstaunt sein!

 

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