Absicherungen, Finanzberatung
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Kostenexplosionen in der PKV: Privatversicherte in der Kostenfalle?

Was kostet die Welt? Egal, es wird schon klappen! So oder so ähnlich denken viele junge Menschen. Nicht wenige von ihnen, die die Voraussetzungen erfüllen, wechseln schon in jungen Jahren gern von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die private (PKV). Doch die Quittung kommt irgendwann, meist im Alter. Wenn die Beiträge explodieren, sehen sich viele Versicherte in der Kostenfalle. Doch es gibt durchaus Auswege.

Als Andreas L. seine Post öffnet, verschluckt er sich an seinem Kaffee, setzt sich hin und starrt auf den Bescheid seiner privaten Krankenversicherung. 120 Euro mehr soll er plötzlich bezahlen. Andreas L. fasst es nicht, läuft rot an und schimpft auf die gierigen Versicherungen. Doch er fühlt sich machtlos, schließlich kann er nicht einfach zurück in die GKV.
Womit er recht hat, zumindest ein bisschen. Denn es gibt einige Wege, mit Beitragserhöhungen umzugehen.

Niedrige Geburtenraten, niedrige Zinsen, hohe Beiträge

Die Verkaufsgespräche der Vermittler für private Krankenversicherungen laufen eigentlich alle nach einem ähnlichen Muster ab. Verwiesen wird auf das kränkelnde Umlageverfahren der GKV, dem gegenüber die Kalkulation der PKV souverän punktet. Durch die demografische Entwicklung, so heißt es dann, ist die GKV auf Dauer zum Scheitern verurteilt.
Das stimmt nur bedingt, denn die demografische Entwicklung geht auch an der PKV nicht vorbei, deren Altersdurchschnitt durch geringe Geburtenraten steigt. Das wiederum wirkt sich auf die Beitragsstruktur insgesamt aus. Das gern genommene Argument, dass PKV-Versicherte nur für sich selbst Alterungsrückstellungen schaffen, ist nämlich nicht ganz richtig. Die PKV muss eine Gesamtkalkulation aufmachen, und die leidet, wenn weniger junge Versicherte nachrücken.
Und natürlich geht auch die Schieflage an den Finanzmärkten nicht schadlos an den privaten Versicherern vorbei. Beides zusammen führt zu schmerzhaften Beitragserhöhungen.

Was tun, wenn der Beitrag erhöht wird?

Kommt die „böse Post“ ins Haus, ist der beste Weg, der Beitragserhöhung aus dem Weg zu gehen, wieder in die GKV zurückzukehren. Das geht allerdings nicht ohne weiteres, denn wer mit seinem Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze liegt, kann nicht einfach wechseln. Allerdings reduzieren viele Betroffene gern ihre Arbeitszeit. Wer als Angestellter auch nur einen Monat unter die Versicherungspflichtgrenze rutsch, muss (oder besser: darf) zurück in die GKV.
Schwieriger ist es für Selbstständige. Sie müssen versuchen, mindestens einen Monat lang den Status eines Angestellten zu erhalten. Ein 450,-Euro-Job zählt jedoch ausdrücklich nicht dazu.

Denkbar ist auch etwas, das die PKV nur ungern kommuniziert: der Tarifwechsel innerhalb der Versicherungsgesellschaft. Damit lässt sich häufig spürbar Geld sparen. Weniger ratsam ist der Wechsel zu einem anderen Krankenversicherer. Zum einen bleiben die Alterungsrückstellungen ganz oder zum Teil beim alten Versicherer. Zum anderen werden Eintrittalter und Gesundheitszustand von einem potenziellen neuen Versicherer neu geprüft. Dieses Vorgehen rechnet sich nur in den seltensten Fällen.

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