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Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital: Sorglos ins neue Eigenheim?

Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital: Sorglos ins neue Eigenheim?

Wann, wenn nicht jetzt sollte man die Finanzierung der eigenen vier Wände in Angriff nehmen? So lesen wir immer wieder, und auf den ersten Blick scheint das Unterfangen durchaus sinnvoll zu sein. Die Zinsen sind historisch tief, da wäre es doch schon fast fahrlässig, jetzt kein Haus zu bauen oder zu kaufen. Oder?

Hinein ins Hausvergnügen?

Da steht unser Beispielpaar vor dem Traumhaus. Nennen wir sie Andreas und Jasmin. Seit Jahren träumen sie vom Eigenheim, zufällig haben sie es jetzt in der Lüneburger Altstadt ausgemacht. Eine tolle kleine Stadtvilla im historischen Stil. Nach 20 Minuten ist die Entscheidung gefallen: Kaufen! Die Beiden machen sich auf ins nächste Büro einer Finanzagentur und lassen sich alles genau durchrechnen. Obwohl, eigentlich stimmt das nicht. Denn der „Berater“ arbeitet auf Provisionsbasis, er verdient also nur, wenn Jasmin und Andreas auch wirklich kaufen. Dementsprechend fällt seine Berechnung etwas zu „rosig“ aus.

Finanzierung ohne Eigenkapital?

Die Garage, die zum Haus in Lüneburg gehört, kommt wie gerufen. Denn unser Beispielpaar hat sich gerade ein neues Auto gekauft. Einen Kombi mit allen möglichen Extras. So ein feines Auto steht besser in einer Garage als auf der Straße. Dumm nur, dass der Kauf des Autos die Rücklagen von Andreas und Jasmin aufgefressen hat. Doch der Berater sagt ihnen, dass eine Finanzierung auch ohne Eigenkapital möglich ist. „Wissen Sie, die niedrigen Zinsen gleichen das alles aus“, sagte er ihnen auf Nachfrage. Spätestens jetzt sollte unser Pärchen das Weite suchen, und zwar so schnell wie möglich.

Planen Sie realistisch!

Zunächst das Wichtigste: Bauen oder Kaufen ohne Eigenkapital ist heller Wahnsinn! Daran ändern auch niedrige Zinsen nichts, denn die monatliche Belastung steigt nun einmal, wenn man mit der kompletten Bausumme seine Finanzierung beginnt. Kostet Ihre Immobilie zum Beispiel 250.000,- Euro, müssen Sie diese Summe plus Zinsen abzahlen. Es macht also sehr wohl einen Unterschied, ob Sie Eigenkapital mitbringen oder nicht.
Genau genommen wird umgekehrt ein Schuh draus. Sie brauchen nicht nur Eigenkapital, sondern auch Rücklagen während der Finanzierungsphase. Womöglich muss irgendwann das Dach repariert werden, die Heizungsanlage geht kaputt oder der Gesetzgeber denkt sich neue Gesetze aus, die Sie zum Handeln zwingen.
Kalkulieren Sie zudem wirklich alle Kosten. Der Preis des Hauses macht nur einen Teil aus. Hinzukommen meist die Courtage für den Makler, die Grunderwerbssteuer und die Kosten für den Notar. Zusammengenommen sind das keine Peanuts, sondern Zahlen, mit denen Sie rechnen müssen.
Und zum Schluss: Rechnen Sie durch, was Sie zum (angenehmen) Leben brauchen. Wenn unterm Strich der Monat schon am 20. „zu Ende“ ist, stimmt mit Ihrer Kalkulation etwas nicht. Und – was viel wichtiger ist – Sie werden keine Freude an den neuen, eigenen vier Wänden haben.

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1 Kommentare

  1. Danke für die Infos. Ich denke egal ob man Immobilien im Thurgau oder sonst wo kaufen möchte, ist das sicherlich ein guter Ratgeber.

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