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Gut gestreut ist halb gewonnen, nicht gestreut ist ganz verloren

Was macht den Erfolg einer Geldanlage aus? Sicher zahlreiche Faktoren, aber einer von ihnen ist die Streuung, oder auch: Diversifikation. Doch gerade daran mangelt es vielen Anlegern. Und ihren Beratern. Die Folge sind tiefrote statt satte schwarze Zahlen.

Die Universität Frankfurt hat sich im Zuge einer Studie einmal mit den Fehlern von Anlegern beschäftigt. Dabei kam sie zu Besorgnis erregenden Ergebnissen. Die Bereitschaft vieler Anleger, wirklich breit zu streuen, ist nur gering ausgeprägt oder mündet in Maßnahmen, die das Gegenteil bewirken. Gesetzt wird vielmehr oft alles „auf eine Karte“. Oder es fehlen schlicht die Informationen.

„Verklumpt“ statt gewonnen

Ein Geldanleger macht gute Renditen. Der andere schreibt rote Zahlen. Und das, obwohl sie auf den ersten Blick durchaus ähnliche Strategien verfolgen. Wie kann das sein?
Nun, zum einen durch Details, die entscheidenden Anteil am Erfolg oder Misserfolg haben. Zum Beispiel die sogenannten Klumpenbildung bei der Diversifikation. Gemeint ist mit diesem Ausdruck die allzu starke Konzentration auf einzelne Branchen, Länder oder Regionen. Um es kurz zu machen: Diversifikation ist nicht gleich Diversifikation, es kommt auf die richtige Zusammensetzung an. Die zu finden, ist nicht immer leicht. Ein Beispiel:
Der Aktienindex MSCI World ist nicht nur beliebt, sondern auch oft Teil einer Diversifikations-Strategie. Der Anteil von US-Aktien beträgt beim MSCI World rund 53 Prozent. Anleger, die sich aufgrund des Streuungsgedankens dann noch für einen ETF SAP 500 Index festlegen, haben den Effekt der Klumpenbildung, ohne dass sie es wollen. Den in beiden Fällen ist der Anteil von US-Aktien groß.
Nicht selten ist auch der Blick in die Vergangenheit wenig hilfreich für die eigene Geldanlage, auch wenn man scheinbar alles richtig macht. Wer zum Beispiel ausschließlich auf Fonds setzt, die sich in der Vergangenheit als erfolgreich erwiesen haben, fährt damit nicht automatisch gut. Denn jener Erfolg vergangener Tage fußt häufig auf bestimmte Rahmenbedingungen, also etwa darauf, dass ein Fonds branchenbedingt Erfolg hatte. Eben diese Branche, in der es in der Vergangenheit gut lief, muss nach heutigem Stand der Dinge nicht ebenfalls gewinnbringend sein.

Die gute Mischung: Risikostruktur und Unabhängigkeit

Was aber macht nun eine erfolgreiche Diversifikation aus?
Nun, zwei Faktoren verdienen umfassende Berücksichtigung. Zum einen ist da die eigene Risikobereitschaft, die genau betrachtet und analysiert werden muss. Hier kommt es auf eine ausgewogene und dem eigenen Risikoverhalten angepasste Mischung an. Man sollte einen ausgewogenen Mix zwischen Risikoprodukten wie Aktien und risikoarmen Anlagen wie Staatsanleihen herstellen.
Der zweite Faktor ist naturgemäß die Auswahl der richtigen Produkte. Welcher ETF am besten zum eigenen Konzept passt, ist von der Motivation abhängig. Privatanleger legen Wert auf möglichst geringe Verwaltungskosten, wer fürs Alter vorsorgen will, wählt häufig ausschüttende ETFs. Auch steuerliche Aspekte spielen eine Rolle.

Das Glück des Tüchtigen?

Wer macht das große Geld, oder zumindest so attraktive Renditen, dass es sich gut damit leben lässt? Und wer scheitert an diesem Vorhaben?
Kommen wir zurück auf die eingangs genannte Studie der Universität Frankfurt. Professor Andreas Hackethal, der die Studie geleitet hat, bietet eine simple und doch logische und nachvollziehbare Antwort. Er sagte, dass im Falle der Studie der Universität ein sehr schlichter Grund mit in die Untersuchungsergebnisse hineingespielt hat: Glück.
Was ernüchternd klingen mag, ist jedoch letztlich die logische Konsequenz daraus, dass bestimmte Dinge nicht möglich sind. So können niemals alle Anleger gleichermaßen gewinnen, es gibt immer diejenigen, die ein glücklicheres Händchen haben und jene, denen das nicht vergönnt ist.
Ein Trost zum Schluss: Mit der richtigen, fachkundigen Analyse und entsprechenden Maßnahmen ist die Wahrscheinlichkeit, bei seiner Geldanlage Erfolg zu erzielen, recht hoch.
Wie sang vor vielen Jahren schon Marius-Müller Westernhagen: „’ne Garantie gibt Dir keiner – kein Lieber Gott, auch der nicht, leider …“
Gute Aussichten aufgrund einer professionellen Beratung sind aber auch schon eine ganze Menge wert.

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