Finanzen allgemein, Vermögenserhalt
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Gemeinschaftskonto: Mängelliste einer scheinbar guten Idee

Gemeinschaftskonto: Mängelliste einer scheinbar guten Idee

Gerade im Alter entscheiden sich viele Ehepaare für ein Gemeinschaftskonto. Was auf den ersten Blick eine wunderbare und sehr praktische Angelegenheit ist, entpuppt sich in bestimmten Situationen als übler Stolperstein. Ein Stolperstein, der richtig teuer werden kann.

Mangel 1: Die Sache mit der Erbschafts- und Schenkungssteuer

Bei Schenkungen und Erbschaften gibt es einen Freibetrag von 500.000,- Euro. Das ist die gute Nachricht. Allerdings errechnet sich dieser Freibetrag auf einem Gemeinschaftskonto anders, eben: gemeinschaftlich.
Kommt es also beispielsweise zur Auszahlung einer Lebensversicherung, wird das Guthaben automatisch durch die zwei Kontoinhaber geteilt. Zwar war für die Lebensversicherung nur einer der beiden Eheleute als Vertragspartner, dennoch gelten die Regelungen der Schenkung.
Was zunächst wegen des hohen Freibetrages nicht entscheidend wirkt, entpuppt sich erst bei näherem Hinsehen als potenzielle Gefahr. Denn der Freibetrag betrifft nicht nur eine Auszahlung, sondern alle Schenkungen des Zeitraums der letzten 10 Jahre. Je nachdem, was in dieser Zeit anfällt, kann der Freibetrag durch den Einsatz eines Gemeinschaftskontos also durchaus überschritten werden.

Mangel 2: Gesetzliche Betreuung

Wenn Sie sich nicht rechtzeitig um eine Vorsorgevollmacht kümmern, kann folgendes Szenario eintreten: Unter den gegebenen Voraussetzungen kann es zur Einsetzung eines Berufsbetreuers kommen. Der hat eine klare Aufgabenstruktur und muss ihr entsprechend handeln. So wird im Betreuungsfall das Geld des Betreuten auf ein separates Konto überwiesen. Das macht der Betreuer nicht aus lauter Schikane, sondern weil er sich vor den Gerichten für seine Praxis rechtfertigen muss.
Der nicht betreute Ehepartner wird nun die unangenehme Erfahrung machen, dass der Betreuer ihm lediglich ein Taschen- oder Haushaltsgeld auf sein Konto überweist.

Mangel 3: Eltern in Pflege

Nicht nur ältere Menschen können den Tücken des Gemeinschaftskonto zum Opfer fallen. Auch deren Kinder sind womöglich betroffen.
Nehmen wir einmal an, ein Ehepaar hat sich für ein Gemeinschaftskonto entschieden. Kommt nun ein Elternteil oder beide Eltern in eine Pflegesituation, wird generell die Hälfte des gemeinsamen Kontos zur Berechnung des Unterhalts kalkuliert. Das scheint fair zu sein. Doch meist steuern Eheleute nicht gleich viel zum Lebensunterhalt bei. In der Konsequenz kann das zur Folge haben, dass ein erheblicher Teil des eigenen Vermögens in die Pflege der Schwiegereltern geht.
Nun gibt es Ehepaare, die ihre Schwiegereltern über alles lieben. Es gibt aber auch andere, weniger harmonische Konstellationen.

Fazit: Lassen Sie es besser!

 

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