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Geldanlage-Strategie: Ist das Beste gerade gut genug?

Die Gelehrten streiten sich darüber, welche Anlage-Strategie die beste ist. Das ist nicht weiter verwunderlich, gibt es doch hier keine einzige und objektive Wahrheit. Aber ist es sinnvoll, quasi auf die „Preisträger“ zu setzen, also auf die besten Fonds der Vergangenheit?

Andreas H. steht der Schweiß auf der Stirn. Soeben hat er erfahren, dass sich sein Fonds nicht so entwickelt wie gedacht. Andreas H. ist fassungslos. Er hat einen Fondsmanager, der viel Erfahrung hat und in der Vergangenheit immer ein glückliches Händchen bewiesen hat. Manchmal wunderte sich H. schon ein wenig, wenn es plötzlich hieß: „Wir müssen umstellen, die Marktentwicklung schlägt einen neuen Weg ein.“
Letztlich ging aber immer alles gut, schließlich waren die Vorbilder für den Berater von Andreas H. die besten Fondsmanager, die er kannte. Das war dann auch die Strategie des Anlageberaters: Guck Dir an, was die Besten machen und mach es auch.
Klingt gut, klingt nachvollziehbar.
Aber ist es wirklich so einfach?

„Husch, husch!“ versus „Gemach, gemach!“

Die Finanzmärkte sind schnelllebiger als früher geworden. Natürlich ging es immer schon in einem beachtlichen Tempo zu, aber heute, im Zeitalter der Computerberechnungen innerhalb von Sekundenbruchteilen, kommt man kaum noch hinterher. Nun könnte die richtige Strategie lauten, immer auf das „beste Pferd im Stall“ zu setzen. Profis können Fonds und andere Anlageprodukte mit moderner Software prüfen und entsprechend der Ergebnisse ihren Kunden Empfehlungen abgeben.
Andere Berater bevorzugen ein anderes Prinzip, nämlich das des langen Atems. Sie setzen eher auf die Kraft der Zeit und gehen davon aus, dass man nicht viel falsch machen kann, wenn man nicht in Aktionismus verfällt. Und geduldig wartet, selbst, wenn es im Moment mal etwas stürmischer wird.

Zahlen lügen nicht

Nun könnte man lange darüber fabulieren, welche Strategie die beste ist, aber hilfreich ist doch eher der Blick auf die Fakten. Eine Studie von „Vanguard“ hat sich der Sache mit den Fonds einmal umfassend gewidmet und einen Vergleich aufgestellt. Dieser hatte folgenden Kriterien als Basis:

• Verglichen wurde die Betrachtungsperiode von 2004 bis 2006. Die sogenannte „Performancejäger-Strategie“ war bei diesem Versuch darauf ausgerichtet, Fonds sofort zu verkaufen, wenn sie unterhalb eines bestimmten Wertes fielen. Nachdem die Fonds abgestoßen waren, wurde neu investiert, und zwar in jene Fonds, die in der Top 20 rangierten.
Dem gegenüber stand die Strategie „Buy and Hold“, also verkaufen ist tabu und kommt nur in Frage, wenn ein Fonds aufgelöst wird.

Die interessante Frage ist nun, welche Taktik besser aufging.

In der Ruhe liegt die Kraft

Es mag manchmal eine gute Idee sein, häufiger mal etwas Neues auszuprobieren. Im Falle des eben genannten Experiments aber wäre dem nicht so, denn ganz klarer Siegen nach Punkten ist das Prinzip „Buy and Hold“. Die Studie von „Vanguard“ belegte mit Fakten eindrucksvoll, dass kein Fondsmanager, der allzu häufig auf neue Produkte setzt, in der Lage ist, dauerhaft ausgezeichnete Leistungen zu bringen. Im Übrigen gibt es zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, die ebenfalls belegen, dass die „Performancejäger-Strategie“ keineswegs zu besseren Ergebnissen führt, im Gegenteil, auf Fonds zu setzen, die in der Vergangenheit besonders erfolgreich waren, führt oft in eine Sackgasse. Und dementsprechend zu Verlusten.
Und Andreas H.? Der hatte genug vom hektischen Stress und der Unwissenheit, wie es weiter geht. Er hat sich den Schweiß von der Stirn gewischt und seinen Berater gewechselt.

 

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