Finanzen allgemein, Kapitalanlage
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Geigen als Geldanlage: Da ist Musik drin!

Not macht erfinderisch. Das gilt auch für die passende Anlagestrategie. Auf dem Markt noch Produkte zu finden, die rentabel sind, ist heutzutage ein wahrer Kraftakt geworden. Ohne professionelle Hilfe ist das kaum möglich. Da stellt sich die Frage, wie es mit Geigen als Geldanlage steht? Und die Antwort lautet: besser als Sie meinen würde. Auch wenn diese Medaille – wie jede andere ebenfalls – zwei Seiten hat.

Ein Himmel voller Geigen

Selbst Musik-Muffel wissen, dass eine Stradivari richtig gutes Geld bringt. Die wohl auf der ganzen Welt bekannte Geige erzielt Preise, die Anleger in Verzückung geraten, Musiker allerdings eher verzweifelt zurücklassen. Doch was des einen Leid, ist des anderen Freud.

Die Millionen-Geige

Nicht nur die Stradivari ist als Geldanlage ein interessantes Objekt. Auch andere Geigen bringen es auf Rekordpreise. Vor einigen Jahren wurde die „Lady Blunt“ – gefertigt im Jahr 1721 – für unglaubliche 11,6 Millionen Euro versteigert. Damit haben wir es mit der teuersten Geige der Welt zu tun.
Und der Wertzuwachs? Nun, der kann sich sehen lassen, wenn man bedenkt, dass dieselbe Geige 40 Jahre zuvor ebenfalls schon einmal als teuerste Geige der Welt galt. Da kostete sie allerdings „nur“ 84.000 Pfund. Möge sich der Leser die Rendite selbst ausrechnen.

Junge Helfer

Da es nur eine übersichtliche Anzahl wertvoller alter Geigen gibt, musste eine Lösung her, die den Markt und die Möglichkeiten vergrößert. Und so bringen es inzwischen auch sogenannte „halbmoderne“ Geigen aus den 1930er und 1940er Jahren auf beachtliche Preise.

Geldanlage und Künstlerhilfe in einem?

Machen wir uns nichts vor. Die Letzten, die von den gestiegenen Geigenpeisen profitieren, sind Musiker. Wenn man nicht gerade David „Teufelsgeiger“ Garret heißt, kann man sich Geigen in der beschriebenen Preisklasse wohl kaum leisten. Unter diesem Gesichtspunkt kommen einem Geiger sicher die Tränen, wenn er sich vorstellt, dass ein Musikinstrument, das ganze Hallen füllen kann und eine Spielbarkeit wie ein persönliches Wunder aufweist, einfach in einem Tresor verschwindet, wo sie – warm und trocken – ihren Wert passiv steigern kann.

Für die Rendite! Für die Kultur!

Wer sich der Kultur verbunden fühlt und trotzdem auf eine teure Geige als Geldanlage setzen will, kann sogar beides miteinander verbinden. Die „Deutsche Stiftung Musikleben“ verleiht bereits seit 1993 Geigen an herausragende Nachwuchskünstler, die sich sonst solch guten Stücke niemals leisten könnten. Ein Großteil der Leihgeigen kommt aus privaten Händen. Es ist also durchaus möglich, die eigene Geldanlage voranzutreiben und gleichzeitig die Kultur zu unterstützen.
Zwei Fliegen mit einer Geige geschlagen, könnte man sagen.

 

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1 Kommentare

  1. Vor Jahren als ich mit dem Geigenbau hier in Cremona begonnen habe, dachte ich, dass das mit der tollen Wertanlage nur für alte italienische Geigen zutrifft. Damals kannte noch niemand Edgar Russ.
    Jetzt nach über 30 Jahren, sehe ich an hand meiner Meister Instrumente das diese super Wertanlage auch für zeitgenössische Instrumente zutrifft.
    Wichtig ist dass der Geigenbauer schon zu Lebzeiten bekannt ist; dass man den Geigenbauer von dem man ein Instrument kaufen möchte selbst persönlich kennt und das er das auserkorene Instrument gebaut hat. Das Zertifikat „Marchio – Cremona Liuteria“, dass von Geigenbau Konsortium „Antonio Stradivari“ ausgestellt wird ist da noch eine weitere Garantie.
    Meine Geigen kosten jetzt 2016 noch 21000Euro, anfangs der 90er Jahre waren es noch 4360Euro.
    Meisterinstrumente sind bestimmt eine gute Wertanlage und gehören absolut in die Kategorie: Gut ausgegebenes Geld.

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