Beratung auf Honorarbasis, Finanzberatung, Finanzplanung, Passiv investieren
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Finanzberatung: Die Branche sollte sich weniger wichtig nehmen

Sie finden die Überschrift merkwürdig? Weil sie auf dem Blog eines Beraters der Honorarbasis arbeitet steht, der immerhin seine Brötchen mit Finanzberatung verdient? Dann lesen Sie doch einfach weiter, denn es kommt noch dicker.

Finanzberater sollten sich nicht so wichtig nehmen. Ja, Sie haben richtig gelesen, und ja, Sie befinden sich immer noch auf der Seite von Peter Hieber, seines Zeichens Profi in Sachen Geldanlage. Profi, das stimmt. Aber kein Magier, kein Zauberer und niemand, der mit den Geheimnissen der Welt handelt.

Wer sind die Guten? Wer die Bösen?

Machen wir uns nichts vor: Wir alle müssen Geld verdienen, um unsere Rechnungen bezahlen zu können, um uns Urlaub oder einen gefüllten Kühlschrank zu leisten, um den Alltag zu bewältigen. Das gilt für uns alle, es gilt auch für Honorarberater. Man macht es sich zu einfach, wenn man in den Raum stellt, dass Ausschließlichkeitsvertreter oder Versicherungsmakler nur an das eigene Portemonnaie denken und um jeden Preis verkaufen wollen (oder auch müssen), weil sie ja provisionsabhängig sind. Honorarberater stehen in einem besseren Licht da. Aber auch sie müssen Geld verdienen, und wenn der Kunde Pech hat, redet ihm der Berater seines Vertrauens einen Bedarf ein, den es gar nicht gibt. Oder – was auch nicht besser ist – er verkompliziert die Sachlage unnötig.
Die Quintessenz dieses Absatzes ist denkbar einfach: Es gibt immer gute und weniger gute Berater oder Verkäufer. Die eigentliche Unabhängigkeit, auf die Kunden so einen großen Wert legen, ist nicht die von Unternehmen oder Versicherungsgesellschaften. Unabhängig ist ein Berater, der so gut aufgestellt ist, dass er eben nicht um jeden Preis verkaufen muss. Eine objektive Beratung kann erst dann stattfinden, wenn der Berater es sich leisten kann, zum Kunden zu sagen: „Bei Dir ist alles in bester Ordnung. Ich kann das nicht optimieren.“

Das Märchen der komplexen Geldanlage!

Mit seiner Geldanlage sollte man nur Profis beauftragen, das Thema ist so komplex, dass man es alleine unmöglich schaffen kann, ohne gravierende und folgenschwere Fehler zu machen. Das ist das Credo vieler Finanzberater. Kommen dann noch komplizierte Berechnungsgrundlagen hinzu und Statistiken oder Prognosen, die auf die Zukunft abzielen, sind die meisten Kunden restlos bedient und trauen sich selbst überhaupt nichts mehr zu.
Allerdings kann man die Messlatte auch gern ein bisschen tiefer hängen. Selbstverständlich gibt es in zahlreichen Fällen Beratungsbedarf. Selbstverständlich ist es ein Unterschied, ob man sein Erspartes in Tagesgeld anlegt, in Offenen oder Geschlossene Fonds, ob man aktiv oder passiv investiert. Aber man kann Kunden auch mit verklausulierten Formulierungen verwirren. Man kann durchaus gezielt mit Fachbegriffen um sich werfen, um sich selbst unentbehrlich zu machen. Wer dieses Verfahren wählt, nimmt sich selbst zu wichtig, denn die grundlegende Frage ist doch viel einfacher: Wie und wo investiere ich mein Geld am besten und am nachhaltigsten?

Der dezente Berater

Ein guter Berater nimmt das Anliegen des Kunden ernst und sich selbst nicht zu wichtig, er bleibt dezent. Vieles, was Honorarberater, Makler oder Verkäufer erzählen, können die Kunden (immerhin leben wir im Zeitalter des Googelns) auch selbst herausfinden. Gute Hilfe ist immer auch Hilfe zur Selbsthilfe, der Kunde ist gut beraten, wenn er selbst lernt, gewisse Situationen richtig einzuschätzen. Kein Berater macht sich dadurch überflüssig, denn Bedarf gibt es in aller Regel noch genug. Und die Kunden honorieren eines noch immer am meisten: Ehrlichkeit.

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