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Das Thema der nächsten Jahre: Vermögenserhalt

Auch wenn die Werbemaschinerie der „Finanzindustrie“ uns täglich einzureden versucht, dass die Finanzwelt in Ordnung ist und wir mit neuen „Garantieprodukten“ jeglicher Art jetzt auf der sicheren Seite sind, mag ich daran nicht so richtig glauben.

Die letzten drei Jahre zeigen doch ganz deutlich die Schwächen unseres Finanzsystems auf und die Unfähigkeit unserer Politiker, angemessen darauf zu reagieren. Die großen Spieler an den Finanzmärkten entziehen sich jeglicher staatlicher Kontrolle, um ungehemmt und zum Schaden aller wild auf alles und jedes zu spekulieren. Die Aktie hat längst Ihren ursprünglichen Sinn der Unternehmensfinanzierung verloren und ist zum Spielball wilder Spekulationen geworden. Es bleibt zu hoffen, dass wir in den nächsten Jahren diesen Wildwuchs wieder bändigen können.

Die Angst vieler Anleger treibt auch die Immobilienpreise an guten Standorten dermaßen in die Höhe, dass momentan eine Immobilieninvestition mit sehr spitzem Bleistift gerechnet werden muss. Denn auch mit einer Immobilie sind durchaus 20-30 Prozent Verlust möglich, das blenden viele Immobilienanleger jedoch völlig aus. Vor lauter Angst um ihre ersparten Euros.

Was sind jedoch die Alternativen angesichts historisch niedriger Zinsen, die nicht einmal die Inflation ausgleichen?

Ich denke und das bestätigen auch die vielen Gespräche mit Mandanten und Steuerberatern in den letzten Wochen: Wir sollten uns in den nächsten Jahren auf deutlich geringere Renditen einstellen und deshalb den Fokus auf den Erhalt des Vermögens richten. Nach meiner Einschätzung sind mit einem defensiven Anlageverhalten zwischen 3-5 Prozent p.a. möglich, wenn die Streuung der Kapitalanlagen stimmt. Mir geht es nicht nur um große „Vermögen“. Auch ein Vermögen von fünfzigtausend oder hunderttausend Euro ist es wert, ordentlich verwaltet zu werden.

Wie aber geht man am besten vor, um das Vermögen zu erhalten bzw. auch in schwierigen Zeiten zu mehren, ohne unnötige Risiken einzugehen?

Als erster Schritt sollte eine genaue und umfangreiche Bestandsaufnahme-/analyse des vorhandenen Vermögens erstellt werden. Folgende Punkte sollten dabei besondere Beachtung finden:

  • Wirtschaftlichkeitsberechnung und Standortanalyse der vorhanden Immobilien
  • Überprüfung des Wertpapierdepots auf mögliche „Klumpenrisken“
  • Passt das Wertpapierdepot überhaupt noch zu meiner Risikoneigung?
  • Kosten des Wertpapierdepots
  • Überprüfung und Optimierung der Finanzierungen

 

Bevor dann eine Planung und Optimierung erfolgen kann, ist eine offene und ehrliche Selbstanalyse notwendig, und zwar hinsichtlich folgender Punkte:

  • Welche Rendite möchte ich nachhaltig erzielen und welches Risiko bin ich bereit dafür einzugehen?
  • Welche „Leidensfähigkeit“ habe ich tatsächlich bezüglich meiner Kapitalanlagen (Verlustphasen)?
  • Welche Verluste kann ich mir tatsächlich erlauben?
  • Benötige ich überhaupt eine Rendite von mehr als fünf Prozent?
  • Wenn Sie auf Kapitalanlagen mit höherem „Risiko“ verzichten können, erzielen Sie die beste Rendite durch eine Verbesserung ihrer „Lebensqualität“, indem Ihnen Ihre Kapitalanlagen weniger Sorgen und Stress bereiten.

 

Wenn diese Vorarbeiten abgeschlossen sind, ist die Umsetzung eigentlich relativ einfach. Die passende Vermögensstruktur ergibt sich dann fast automatisch. In vielen Fällen reichen schon moderate Anpassungen aus, um das gewünschte Ziel zu erreichen.

Sie sollten sich jedoch bei der Auswahl der passenden Kapitalanlagen/Vermögensstruktur nicht nur auf Ihren Bankberater oder Versicherungsvertreter verlassen. Denn diese „Berater“ verdienen nur etwas, wenn Sie Ihnen etwas „Neues“ verkaufen und das ist oft gar nicht notwendig. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater oder einem unabhängigen Honorarberater, nur so können Sie sicherstellen, dass Ihre Vermögensstruktur auch Ihren Vorstellungen entspricht.

In nächster Zeit werde ich auf die einzelnen Vermögenswerte und Kapitalanlagen noch detaillierter eingehen und die Vor-/Nachteile ausführlich beleuchten.

 

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