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Bei ETFs ist nicht immer drin was drauf steht

Viele Anleger und Investoren gehen zu leichtfertig mit ETFs um, oft lassen sie sich nur von den Kosten und steuerlichen Aspekten leiten. Gerade Kleinanleger lassen sich durch die günstige Kostenstruktur in die wachsende Anzahl von ETFs locken. Viele dürften jedoch nicht so genau wissen, was sie da eigentlich im Depot haben!

Die Idee ist ja bestechend,  statt 3 Prozent Gebühren für einen aktiv gemanagten Investmentfonds auszugeben, kosten ETFs selten mehr als 0,7 Prozent und sind auch noch kostengünstig an der Börse handelbar.

Oft enthalten ETFs jedoch nicht das, was der Fondsname suggeriert.

Leider werden zur Indexnachbildung oft nicht die gesamten Aktien des Index erworben, sondern nur ein kleiner Teil, der den Index charakterisiert. Das kann in Krisensituationen zu unschönen Ergebnissen führen. Zudem können ETFs für exotische Indizes (Afrika, Vietnam, etc.) auch schon mal  illiquide werden, wenn der zugrunde liegende Aktienmarkt in Schwierigkeiten ist oder die Anlageklasse wie bei offenen Immobilienfonds in schwere Fahrwasser gerät.

So funktionieren synthetische ETFs

Derivate sind nicht nur zur Absicherung erlaubt, sondern bei synthetischen ETFs wird das soweit getrieben, dass der ganze ETF aus Derivaten besteht. Das hat dann wenig mit dem zu tun, was der Anleger glaubt im Depot zu haben.

Synthetische ETFs haben zwischenzeitlich einen Marktanteil von fast 50 Prozent und nur wenn man als Anleger genau hinschaut, erkennt man welche Art von ETFs sich im eigenen Depot befinden.

Die synthetische Konstruktion von ETFs folgt im Grunde immer dem gleichen Muster:

  • Ein Anleger kauft einen ETF, z.B. einen Dax-ETF
  • Der Anleger bekommt dafür die Anteile des ETF im Depot gutgeschrieben
  • Der ETF-Anbieter hat für seinen ETF einen sogenannten „collateral basket“ der nahezu alles enthalten kann
  • Das Kapital des Anlegers fließt über den ETF direkt in diesen „Basket“ und im Gegenzug fließen die Erträge an den Anleger
  • Da die Erträge des „Basket“ und die des tatsächlichen Index verschieden sein können, kommt ein weiterer Partner ins Spiel
  • Der „Swap-Counterpart“,  der über einen Swap die Erträge des „Basket“ gegen die tatsächlichen Erträge des Index tauscht

Solange Sie als Anleger Ihre Erträge bekommen ist das nicht sonderlich interessant. Sie wissen jedoch nicht welche Wertpapiere sich hinter dem synthetischen ETF tatsächlich verbergen.

Welche Risiken ergeben sich daraus für Sie als ETF-Anleger?

Nehmen wir einmal an, der Anbieter des Swaps geht pleite, dann gibt es keine Garantie mehr für die Erträge aus dem Aktienindex. Die Lehmann Pleite von 2008 lässt grüßen.

Ganz übel wird es, wenn im „Basket“ z.B. nur Ramschanleihen sind statt echter werthaltiger Aktien.

Fazit:

Auch bei Anlagen in ETFs sollten Sie genau hinschauen welche Fondskonstruktion Ihrem Fonds zu Grunde liegt.

Aus Sicherheitsgründen würde ich synthetische ETFs generell meiden.

 

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