Beratung auf Honorarbasis, Kapitalanlage, Passiv investieren
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Anlegerkosten: Zahlen, bis der Arzt kommt

Wer anlegen will, muss zahlen. Das scheint das Motto vieler Geldanleger zu sein. Auf den ersten Blick wirkt diese Sichtweise nachvollziehbar. Bei näherem Hinsehen aber entpuppt sie sich als unbegründet. Und teuer.

Wer heute einen neuen Telekommunikationsanbieter sucht, ist auf der Hut. Da werden monatliche Beiträge verglichen, zwei Stellen hinter dem Komma genauestens unter Lupe genommen, Preis und Leistung auf Herz und Nieren geprüft. Beim Kauf des neuen Computers, ja, selbst beim belegten Brötchen zwischendurch wird zunächst einmal gecheckt, wo es vielleicht noch eine Nuance günstiger sein könnte. Geiz ist eben geil, das wissen wir ja nun schon eine ganze Weile.
Doch bei der Geldanlage findet die Sparsamkeit offenbar ihre Grenzen. Wer investiert, geht meist davon aus, dass dafür Kosten fällig werden. Völlig in Ordnung, so der Tenor. Ist es aber nicht!

Was nichts kostet, ist nichts wert

Der „Geiz-ist-geil-Philosophie“ gegenüber steht ein Denken, das in die komplett entgegengesetzte Richtung zeigt: Die Mentalität, dass nichts von Wert sein kann, das nichts oder wenig kostet. Die irrige Vorstellung nutzen die Geldanlageinstitute gnadenlos aus. Das werden Kosten konstruiert, die kaum nachvollziehbar sind, begründet wird die Praxis mit Arbeitsaufwand und Personalkosten. Tatsächlich aber sind viele Anlageprodukte in ihrer Kostenstruktur maßlos überteuert. Doch so lange der Anleger nichts sagt, ändert sich nichts.

Kleines Geld, großes Geld

Wie teuer die Geldanlage sein kann, veranschaulicht ein kleines Beispiel.
Gehen wir von zwei Anlegern aus, die beide 100.000 Euro investieren wollen. Der einen erzielt eine Rendite von 5 Prozent, was in der heutigen Zeit durchaus beachtlich ist. Der andere muss sich mit 1,5 Prozent Kosten abfinden, erreicht also eine Rendite von 3,5 Prozent. Was wie eine nicht weiter entscheidende Abweichung wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als zwei Ufer, zwischen denen Abgründe klaffen. Denn 10 Jahre weiter gedacht hat Anleger A insgesamt 63.000 Euro angespart. Der zweite Anleger geht mit 43.000 Euro nach Hause, was eine gravierende Differenz ist. Die vermeintlich geringe Abweichung von 1,5 Prozent macht hier faktisch beim Ertrag einen Unterschied von mehr als 50 Prozent aus.

Günstig und gut?

Die Anlageinstitute werden die Frage, ob günstige Geldanlagen weniger taugen, in der Mehrzahl mit „Ja!“ beantworten. Kein Wunder, sie wollen weiterhin vom Ersparten ihrer Kunden einen Teil haben. Doch faktisch ist diese Aussage nicht haltbar. Geldanlagen mit günstiger Kostenstruktur erwirtschaften in der Regel höhere Renditen als andere. Zudem wirkt sich passives Investieren besser auf den Ertrag aus als aktives.
Günstig ist also tatsächlich gut. Weil es einfach mehr bringt.

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