Altersvorsorge, Finanzberatung
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Altersvorsorge: Viel wissen, nichts tun

Bei der Altersvorsorge sind die Deutschen hin und hergerissen. Einerseits rechnen sie damit, dass es im Alter knapp wird. Andererseits hoffen viele darauf, dass es schon irgendwie klappen wird dem Auskommen am Lebensabend. Wird es aber nicht, zumindest nicht von alleine.

Die finanzielle Planung ist etwas, das hierzulande oft ziemlich theoretischer Natur ist. Unabhängige Finanzberater berichten aus ihren Erfahrungen immer wieder darüber, dass ihre Kunden nicht einmal für die nächsten sechs Monate einen nachvollziehbaren Plan haben. Wie soll das dann erst für die nächsten 20, 30 oder 40 Jahre funktionieren?
Es geht durchaus, man muss sich allerdings dafür mit dem Thema auseinandersetzen und sich die derzeitige und künftige Einnahme- und Ausgabesituation ansehen.

Die Angst vor der Altersarmut

Versicherungen und Banken werden nicht müde, auf die Gefahr von finanziellen Problemen bei der Rente hinzuweisen. Kein Wunder, mag man denken, sie leben von dieser Angst. Doch auch von anderen Seiten, die nicht unter dem Makel der Parteilichkeit leiden, sind die kritischen Stimmen kaum überhörbar. Neben der Bundesregierung – und zwar egal, in welcher Konstellation sie gerade regiert – sind auch Verbraucherzentralen und andere unabhängige Institutionen schon seit Jahren alarmiert. Bei den potenziell betroffenen Menschen ist die Botschaft angekommen. Aber auch die Skepsis in Zeiten niedriger Zinsen und dem zähen Sterben klassischer Produkte wie der Lebensversicherung. In so „schizophrenen“ Zeiten gilt es, die Augen zu öffnen und möglichst pragmatisch den Blick auf das Thema Altersvorsorge zu richten.

Was werden Sie im Alter brauchen?

Die Frage nach den passende Anlageinstrumenten kommt faktisch erst an zweiter Stelle. Schon jetzt kann allerdings gesagt werden, dass es auch heute noch zahlreiche Produkte gibt, die zu einem komfortablen Auskommen im Alter beitragen. Doch zunächst geht es um die Bedarfsermittlung, also die Frage: Was haben Sie im Alter und was brauchen Sie?
Das kann freilich nicht auf den Cent genau ermittelt werden, wie man alleine bei der Inflation sieht, die unbedingt mit berücksichtigt werden sollte. Selbstredend kann heute niemand präzise vorhersagen, wie hoch die Inflation in 20 Jahren ist. Wenn Sie allerdings mit 2,5 Prozent rechnen, sind Sie auf der ziemlich sicheren Seite.
Verhältnismäßig grob bis ziemlich präzise lassen sich die Ausgaben errechnen, die später wegfallen. Wenn Sie in die wohlverdiente Rente gegangen sind, fallen Kosten für den Arbeitsweg, für Businesskleidung oder Arbeitsmaterialien weitgehend weg. Dafür brauchen Sie wahrscheinlich etwas mehr für Ihre Freizeit, sprich Hobbys oder Reisen.
Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass man durchschnittlich 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens benötigt, andere unterstellen sogar 87 Prozent. Erfahrene Berater stellen ihren Kunden gern eine Frage, die sehr erhellend ist: „Würden Sie morgen in Rente gehen, wie viel Geld im Monat bräuchten Sie?“
Diese Herangehensweise ist auch deshalb gut gewählt, weil die Rente von etwas Abstraktem, das in ferner Zukunft liegt, zu etwas sehr Realem wird. Ein guter Ansatz, um sich konkrete Gedanken zu machen.

Wie lange leben Sie eigentlich?

Allgemein bekannt ist die Frage, wie lange und wie viel mal sparen muss, damit es im Alter nicht knapp wird. Es ist klar, dass man so früh wie möglich anfangen sollte zu sparen, um vom Zinseffekt zu profitieren. Weit weniger häufig steht die Frage nach der Lebenserwartung im Raum. Die ist nicht uninteressant, denn setzt man hier zu hoch an, spart man mehr, als man braucht und schränkt sich schon heute mehr ein als nötig wäre. Geht man zu niedrig an die Sache heran, fehlt womöglich in den letzten Lebensjahren etwas.
Es ist sinnvoll, höher als die offizielle Statistik anzusetzen. Die geht heute von einer durchschnittlichen Lebenserwartung bei Männern von 81 Jahren aus, bei Frauen von 85 Jahren. Gehen Sie am besten von 90 Jahren aus, dann kann Sie nichts erschüttern.

 

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