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Altersrente sinkt bis 2025 um 10 %

In meinen Beratungsgesprächen ist das Thema Altersvorsorge meist ein zentrales Thema. Auch in Gesprächen im Freundes- und Bekanntenkreis wird dieses Thema immer wieder kontrovers diskutiert. Unterschwellig hört man jedoch oft heraus, dass die Renten nicht so richtig sicher sind oder im Alter nicht ausreichen werden. Da der Rentenbeginn meist noch in der fernen Zukunft liegt, wird das Thema jedoch gern verdrängt und auf später verschoben.

Folgende Meldung sollte jedoch alarmieren und dazu anregen sich doch einmal mit der eigenen Altersvorsorge ernsthaft zu beschäftigen.

Die Passauer Neue Presse meldete am 31.08.2011 unter Berufung auf eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf Anfrage der Linksfraktion, dass sich das Rentenniveau bis 2025 um ca. 10 Prozent absenken wird. Die Reform der gesetzlichen Rente aus dem Jahr 2001 hat damals die sogenannte Riester-Rente eingeführt und im Gegenzug das Rentenniveau abgesenkt. Dadurch sinkt das sogenannte Sicherungsniveau von derzeit 50,8 Prozent auf 45,2 Prozent. Als Sicherungsniveau bezeichnet man das Verhältnis zwischen der Rente, die ein Durchschnittsverdiener nach 45 Jahren erhält und dem Durchschnittseinkommen.

Nehmen wir mal an, Sie sind heute 45 Jahre alt, haben also noch 22 Jahre zu arbeiten bis zur Regelaltersgrenze. Nehmen wir weiter an, Ihr Rentenanspruch würde laut aktuellem Rentenbescheid ca. 2.000,- Euro betragen (wenn Sie die nächsten 22 Jahre in gleicher Höhe in die Rentenkasse einzahlen).
Das Absinken des Sicherungsniveau kostet Sie also 200,- Euro an Rente, was die meisten jedoch bei dieser Rechnung vergessen, ist die Inflation! Bei einer angenommenen Inflation von 2 Prozent pro Jahr sind das nochmal 44 Prozent, also weitere 880,- Euro weniger an Kaufkraft. Unterm Strich bleiben Ihnen dann nach heutiger Kaufkraft noch 920,- Euro – das ist nicht gerade üppig für den wohlverdienten Ruhestand nach 45 oder mehr Arbeitsjahren.

Auch wenn es wenig Spaß macht und es angenehmere Beschäftigungen gibt, sollte sich jeder, der nicht über ein mittleres Vermögen verfügt oder eine größere Erbschaft erwartet, Gedanken über sein Einkommen im Ruhestand machen. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens 10 Prozent der deutschen Bevölkerung später einmal die Altersarmut erleben werden. Die offizielle Grenze der Altersarmut liegt derzeit bei 850,- Euro im Monat.

Wenn Ihr aktueller Rentenanspruch weniger als 1.700,- Euro beträgt (siehe Beispiel oben) und Sie keine weiteren Einkünfte im Alter haben werden, könnte es eng werden. Wohl dem, der in den eigenen vier Wänden wohnt und etwas gespart hat.

Diese, wie ich finde, wichtige Meldung ist jedoch leider in der Flut der noch „wichtigeren“ Meldungen untergegangen!

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